Erinnerungen

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Wir hatten doch sonst nichts

Das ist so ein Standardspruch, den ältere Menschen halb entschuldigend halb unsicher sagen, wenn sie über ihre Jugend sprechen. Insbesondere kinderreiche Väter und Mütter neigen zu dieser Aussage. Nun muss ich ja aufpassen, was ich sage, da ich je nach Sichtweise mittlerweile selbst im Kreis der eben Genannten angekommen bin oder dort zumindest in nicht allzu ferner Zukunft anzukommen drohe.

Andererseits hat dieser Satz im anzusprechenden Fall seine Berechtigung. In den Siebzigerjahren begann das Phantasialand mit Attraktionen, die nach heutiger Einschätzung mit der Bezeichnung Schlaftablette noch lebhaft beschrieben wären. Eine lange Rutschbahn, das Wikingerschiff, die Gondelbahn durch den Tunnel, Alt-Berlin. Aber darum geht es eben nicht. Es war unser Schwimmbad, in dem mein Vater Schwimmmeister war, das damals die Freizeit der Jugendlichen und Kinder in Weisweiler bestimmte. Mein Leben war sehr sehr lange mit diesem Schwimmbad verbunden. In meiner Kindheit, in meiner Jugend, auch als Erwachsener und nicht zuletzt in Verbindung mit meinen Söhnen.

All das fand ein jähes Ende, als diese Bäder im Jahr 2002 wider jede Vernunft geschlossen wurden. Als dann die Bagger anrückten, um meine Jugend abzureißen, habe ich mich hingesetzt und meine Erinnerungen aufgeschrieben, die eng verbunden waren mit diesen Baggern. Denn sie wühlten in meinen Erinnerungen und rissen sie aus dem Schlaf in meinem Kopf, wenn sie die Baggerschaufeln einsetzten.

Mit dieser Erzählung habe ich versucht, die Erinnerungen mit der Gegenwart zu verbinden, verfasst in der Form einer Rahmengeschichte.

Viel Spaß beim Lesen.

Ach ja, nicht zu vergessen, ich erhebe auf diese Erzählung selbstverständlich das Urheberrecht. Wiedergabe ist nur mit meiner Genehmigung erlaubt, denn sie ist unmittelbar mit meinem Leben verbunden.