Widerspruch zwecklos

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Michelle trat zum ersten Mal in mein Lehrerleben, nachdem ich das erste Schuljahr zum Aufbessern meiner Unterrichtserfahrung verbraucht hatte. Sie war im siebten Schuljahr und in der Zwangssituation mich ein Unterrichtsquartal im Fach Wirtschaftslehre ertragen zu müssen. Das wiederholte sich noch einmal im achten Schuljahr, ehe ich dann ihre Klasse im neunten Schuljahr als Klassenlehrer übernahm.

Die Kleine schaffte es meistens, ihre Unaufmerksamkeit mit dem richtigen Lächeln und dem der Situation angemessenen Augenaufschlag zu kompensieren. In dieser Zeit hat sie entweder etwas falsch verstanden oder meine herrlich geringe Unterrichtserfahrung hat zum Aussenden falscher Signale geführt. Auf jeden Fall machte sie im neunten Schuljahr weiter wie gehabt und untermauerte das mittlerweile mit den entsprechenden Worten.

Als sie mal wieder versuchte, meine unterrichtlichen Absichten zu unterminieren, konfrontierte ich sie direkt mit einem Konter, der das ultimative Ende jeder weiteren Absicht sein sollte, meine Autorität durch weiblichen Charme aufzuweichen. Also stellte ich sie vor die alles entscheidende Frage: „Du glaubst doch wohl nicht allen Ernstes, dass Du mich um den Finger wickeln kannst?“

Da hatte ich aber die Rechnung ohne den Wirt gemacht, denn ihre Antwort kam prompt und entwaffnend: „Doch!“

Damit war die Diskussion dann tatsächlich beendet.