Monschau

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Mein Lieblingsort für Stundenurlaub

Schieferdächer ohne Ende

Wenn ich mal kurzfrisig raus muss, seze ich mich in mein Auto und fahre in die Eifel, meistens nach Monschau. Jetzt kann man wieder eine Liste aufstellen: Was spricht dagegen? Eigentlich nur eins: tiefschwarz. Stellt die CDU hier eine schwarze Dachschindel von einem Schieferdach als Kandidatin auf, hat der Rat zumindest eine grammatikalisch weibliche Person mehr als Mitglied.
Damit wären wir beim Stichwort. Monschau von oben ist eine Welt aus Schiefer im kleinen engen Rurtal, umgeben von Eifelgrün.

Die Burg

Die Gegenfrage: Was spricht dafür? Keine A61 sondern eine Autofahrt von einer guten halben Stunde gen Berge, Zwickelbier in der Felsquellbraurerei, der Handwerkermarkt und der Eindruck, den dieses Städtchen hinterlässt. Baulich bewegt man sich plötzlich in einer anderen Zeit mit Fachwerk, schiefen Straßenzügen, die noch nicht von neuzeitlichen Städteplanern auf dem Reißbrett entworfen und dem größtmöglichen Gewinn durch finanziell optimal geschnittene Baugrundstücke unterworfen wurden.

Über allem thront die Burg mit hübschen Ecken, die Kinder zum Toben und Spielen verleiten, denn dort ist ja auch eine Jugendherberge. Dorthin hat Marvin seine erste Klassenfahrt gemacht. Nach dieser Klassenfahrt bin ic zweimal dorthin gefahren, habe diese Bilder gemacht und daraus eine Präsentation zusammengestellt, die den Kindern als kleine Erinnerung dienen sollte. Wer Zeit und Lust hat, kann sie sich ja mal anschauen.

Monschau mit meinen Augen

Enge Gassen

Hier regierte nur eine Vorgabe: Kein Platz im engen Rurtal. Daraus ergaben sich enge Kopfsteingassen. Mich stört immer wieder, dass man hier Autofahren darf. Aber das geht wohl auch nicht anders.

An der Rur

Und das ist dann auch entsprechend an der Rur zu sehen. Dabei wirkt sie, als hätte sich zwischen den Häusern ihren Weg gebannt.
An dieser Stelle ist eine kleine Geschichte angebracht. Irgendwann zu Beginn des Jahres 2000 erhielt ich eine Einladung der Müllverbrennungsanlage zu einer Lesung eines Eifelkrimis von Jacques Berndorf. In diesem Krimi mit dem Titel Eifel-Müll kommt auch die MVA Weisweiler vor. Ich bin zu dieser Lesung gegangen und habe von dem Buch eigentlich nicht so viel mitgenommen, weil die Lesung selbst sehr kurz war.
Aber Der Autor war ja auch mal Berichterstatter für den Stern und den Spiegel und erzählte sehr eindringlich von einem Erlebnis, das er in Vietnam hatte. Sie handelte von einem vietnamesischen Mädchen, das im minderjährigen Alter als Prostituierte den Lebensunterhalt für ihre Familie verdiente und davon überzeugt war, dass sie hierzu gewissermaßen verpflichtet war.
Diese Geschichte war es letztlich, die mich dazu bewog, das Buch zu kaufen, aber auch der Erzählstil der kurzen Lesung. Letztlich habe ich mittlerweile alle diese Eifelkrimis gelesen, weil sie sehr schön erzählt sind, interessant in aktuelle politische Begebenheiten eingebunden werden und letztlich doch immer recht naheliegend enden.
Zurück zu Monschau:
An den Häusern an der Rur befinden sich auf der Höhe des Flusses Verschläge, vielleicht auch Türen.
Auf jeden Fall hat der besagte Berndorf einen Romen geschrieben mit dem Titel Eifel-Sturm. In diesem Romen hat ein Bundestagsabgeordneter der CDU mit verdächtiger Nähe zu grünen Ideen ein Liebesnest in einem dieser Keller in unmittelbarer Nähe zum Marktplatz. Und genau daran muss ich immer denken, wenn ich durch diesen Teil der Stadt spaziere und auf der Brücke stehen bleibe. Leider habe ich noch kein brauchbarees Bild von dieser Stelle.

Damit befinde ich mich am Roten Haus, das für normale Sterbliche den Nachteil hat, dass man es nicht richtig fotografieren kann, weil irgendwie die Perspektive nie stimmt. Trotzdem habe ich es getan, aber dazu später.
Zunächst möchte ich noch einmal durch das Panorame schlendern, weil auf dem Bild rechts über der Rur der sogenannte Haller zu sehen ist. Keiner weiß, was es genau ist, vielleicht die erste Burg. Auf jeden Fall bin ich dort hinauf gekraxelt und hatte einen tollen Blick auf die Burg.

Das Rote Haus

Bleibt last but not least das rote Haus. Für mich ist daran vor allem interessant, dass es neben einer evangelischen Kirche steht. In der erzkatholischen Eifel steht die evangelische Kirche nicht etwa am Rand des Geschehens, nein nein, die steht zentral.
Tja, so kann es gehen. Da kommt so ein komischer Industrieller nach Monschau und betreibt hier eine Tuchfabrik. Er wohnt natürlich im schönsten und größten Haus der Stadt, in der es keine Kirche für protestantische Magnaten gibt. Also baut er sie direkt neben sein Haaus, damit der Seelenfrieden hergestellt werdden kann. Und nun steht sie dort als Stachel im Fleisch der rechtgläubigen Eifelchristen, deren Oberhaupt in Rom der evangelischen Glaubensrichtung abspricht, überhaupt eine Kirche zu sein.